Bali. Die ersten Tage

7.Januar 2019

Das Jahr ist nun 7 Tage alt. Australien liegt hinter mir und ich hocke nun in Bali. Die Gedanken hängen noch bei meinen Aussies – ich schiebe sie weg. Ich bin jetzt in Asien. Singapur als Einstieg sehr sanft – vor 5 Wochen – Bali ist ein komplett anderes Pflaster. Schwer zu begreifen und zu realisieren. Viel gehört. Gelesen. Tipps bekommen. Die Menschen sind freundlich. Fast liebevoll. Ich bin in Canggu. Nördlich von Kuta. Hier ist es eher gediegener und weniger überlaufen. Ein günstiges Gästehaus mit Pool und einer netten Dachterasse ist mein Unterschlupf. Das Meer ist fußläufig. Von der Terrasse übrigens auch zu sehen. Fein.

„Eben“ noch in Melbourne und nun in Denpasar. Der 3.Januar. Kaum angekommen, ein Heer von Taxifahrern – alter Verwalter. Alle stehen sie in der Ankunftshalle und wollen dich bzw. deine Kröten. Ich war clever und hatte schon einen Abholservice organisiert. Aber es ist ein surreales Bild. Das Wetter: Tropisch garniert mit Abgasen aller Coleur. Stau. Hupen. Roller. Autos. Soweit das Auge reicht. Die Nase riecht und das Ohr hört. Viel. Gewöhnungsbedürftig. Zugegeben. Chaos? Für „uns“ scheinbar – für die Balinesen nicht. Das „Sagen“ haben die Rollerfahrer*innen- so wirkt es. Abstrus. Verkehrsregeln? Die gibt’s. Ganz sicher. Aber eine rote Ampel muss nichts heißen. Vorfahrt? Für die gibt’s keine Garantie. Der schnellere und wendigere Verkehrsteilnehmer gewinnt.

Nebenbei: Ein Roller kann ohne Probleme eine vierköpfige Familie transportieren. Oder drei Hunde. Alles schon gesehen. Helme? Ja. Manche tragen welche. Wiederum spielen einige mit ihren Telefonen. Rauchen. Oder transportieren schwere und unhandliche Dinge von a nach b. Ein durchaus illustres Bild.

Angekommen. Lage und Umgebung gecheckt. Passt soweit. Kein Vergleich zur Innenstadt.

4.Januar

Warum Bali?

A) Ich wollte endlich mal Zwischenstopps/ Stopovers einlegen. Singapur auf dem Hinweg und Bali auf dem Rückweg – es bietet sich an.

B) Aus mir unerfindlichen Gründen wollte ich surfen lernen. Warum nicht in Bali.

Ab aus den Federn. Strandspaziergang. Kaffee am Meer „frühstücken“. Die Ruhe genießen. Charlie Browns Surfschool suchen. Gefunden. Ich bekomme eine Karte und möge via WhatsApp einen Termin ausmachen. Ok. Gesagt. Getan. Lecker Frühstück. Seelisch bereite ich mich auf den Surfunterricht vor. Ich hänge ab. Spaziere. Gucke. Staune. Diverse Haustempel. Opfergaben. Hunde. Die einen Dreck auf Roller und Autos geben.

Bei meiner Rückkehr ins Gästehaus, standen dann einfach mal ein paar Kühe vor der Tür…

5.Januar

Ok. Ich mach den Surfpanda. Ich hab’s gewollt. Jetzt muss ich durch. Ich werde abgeholt – ok…die paar Meter (10Min) hätte ich laufen können – was soll’s – dann kommt mein „Coach“. Klein. Schmächtig. Jung. Auf einem Roller. Auf meine Frage hin, ob er mich damit wirklich fahren will, kam nur ein: „Why not. No Problem“.

Leichter gesagt als getan. Muffensausen. Aber: No Risk. No Fun. Aber Sicherheit geht vor: Edles festes Schuhwerk (Flipflops), feinster Zwirn (Badeshorts) und für die Sicherheit meiner „Denkstube“ (Kopf) setzte ich einfach auf meine Mähne, die hoffentlich jeden Sturz sanft „abfedern“ wird.

Kinder. Nicht nachmachen. Das ist ganz schön dämlich. Ich hab es ohne Blessuren überlebt. Puh. Clever ist anders.

Die Stunde der Wahrheit.

Surfen. In der „Trockenübung“ stellte ich mich gar nicht so doof an. Ja. Etwas behäbig. Aber was soll’s. Wird schon. Ist ja nur Wasser und ein Brett. Wird schon. Haha.

Im Wasser sah es gänzlich anders aus – keine Ahnung wie viele „Waschmaschinen“ ich geschluckt habe – da ging so gut wie gar nix. Gleichgewicht null. Kondition noch weniger. Als Rache für mein Unvermögen und Dank für das Wasserschlucken, habe ich den Fischen mein Frühstück serviert. Frei nach dem Motto: Was keine Miete zahlt, muss raus. X-mal vom Brett geflogen und wieder rauf. Dann wieder den Abflug gemacht. Haltungsnote: Ungenügend. Drei Wellen konnte ich nehmen – allerdings lag ich wie ein schlaffer Panda auf dem Brett und ließ mich treiben. Ich hab’s probiert. Der Muskelkater und die Krämpfe als Belohnung empfinde ich allerdings als suboptimal. Gar unfair. Es hat aber Laune gemacht.

Merke: Du willst surfen? Bereite dich mit Trockenübungen vor. Mindestens 3Monate vorher. ( Wollte ich. Hab ich nicht. Idiot)

Eine gewisse Fitness schadet nicht. (Hatte ich. Irgendwann mal. Idiot)

Wichtig: Filme wie z.B. „Gefährliche Brandung“ und ne Tüte Chips sind keine Lehreinheiten… weiß ich selber. Aber…! Augenzwinkern.

Mal kieken, irgendwie sieht es ja ganz einfach aus und Spaß könnte es auch machen…wer weiß, vielleicht probiere ich es doch noch mal…

Ich erwähne jetzt nicht, dass ich mir die einstündige Massage trotzdem verdient habe!

Gehabt Euch wohl.

Ps. Und nein. Es gibt keine Fotos von mir im Surferoutfit. Augenzwinkern.

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