Robben. Ein Schloss. Schotterpisten & Ralf

6.Dezember

Ich befinde mich ja derzeit an der Küste von Otaga. U.a. liegen hier auch die Moeraki Boulders. Für den Laien: Eine interessante Felsenformation. Für den Freizeitgeologen: Kugelförmige Konkretionen. Graugefärbte Septarien. Gestern Nachmittag war es mir zu voll. Aber heut um 7 kann man es ja mal wagen. Jau. runde, große Kugeln. Die am Strand liegen. Wie mutierte, versteinerte Schildkröten. Ich bin ein Banause. Mit viel Phantasie. Augenzwinkern.

Nicht weit entfernt liegt der Katiki Leuchturm. Ein netter Spaziergang, an Kälbern vorbei, lädt ein um Robben zu beobachten. Find ich gut, wie die so im Gras liegen. Faszinierend, wie die sich bewegen.

Weiter geht’s. Richtung Dunedin. Mein Plan: Ich bleib dort und schaue mir die zweitgrößte Stadt auf der Südinsel an…Pläne kann man auch verwerfen. Nach dem die letzten Tage ziemlich „menschenleer“ waren- vergessen wir mal die Camper- war mir das tatsächlich zu wuselig und meine Lust auf „Stadt“ ziemlich schnell verflogen. Vermutlich werde ich es irgendwann bereuen. Denn auf den ersten Blick sah Dunedin nämlich charmant aus. Schottish friendly halt.

Netterweise gibt’s ja die Halbinsel Otago Peninsula, die zum Stadtgebiet Dunedin gehört. Hier gibt’s u.a. Gelbaugen-Pinguine zu sehen. (Allerdings erst Abends, denn tagsüber sind sie im Meer) oder man besucht eine „Auffangstation/ Wildlife-Park“. Wollt ich nicht.

Nebenbei gibt’s die Royal Albatross Colony. Was soll ich sagen: Verdammt viele Vögel, die eine gut funktionierende Darmflora haben. Ich hab schnell das Weite gesucht! Der Camper hat trotzdem nen guten Schuss abbekommen.

Abgesehen von der Tierwelt gibt’s hier „Neuseelands einzige Burg“. Die Larnach Castle.

Eher eine industriellen Villa aus dem 19.Jhd. Aber: Die Geschichte des Hauses ist wirklich interessant. William Larnach (Politiker, Bankier) lässt die Hütte bauen. Begeht irgendwann Suizid. Die Hütte wird versteigert. Es wird ein Erholungsheim für Nonnen. Dann kurzweilig ein Krankenhaus. Die Besitzer wechselten und das Objekt litt merklich darunter. 1967 hat die Familie Barker dieses Kleinod für sich entdeckt und peu a peu restauriert, saniert und optimiert. Mit viel Liebe und viel Unterstützung. Auch wenn es nebst „Museum“ auch eine Luxusabsteige geworden ist, versprüht der Ort viel Charme ohne überkandidelt zu wirken. Die Aussicht lohnt und der Garten ist auch nett. Man wartet auf die Grinsekatze oder den verrückten Hutmacher. Diesen Ort kann man gerne „mitnehmen.“

Ich brauche einen Schlafplatz. Idealerweise wieder am Meer. Viel lieber noch: Eine warme Dusche. Ich bin mir nicht sicher, wie ich fahre oder wohin ich fahre. Fakt ist: Ich fresse Staub. Gönne mir alle Schotterpisten die es wohl in NZ gibt. Offroad mit nem Camper. Yeah. Ich hätte Lust es richtig auszukosten. Doof, dass hin und wieder die Vernunft einsetzt. Augenzwinkern. Über die Berge. An Schafe und Rindern vorbei, hinterlasse ich nur Staub. Fresse selbigen, wenn mir einer entgegenkommt.

Gefühlt gibt es keinen Handyempfang. Geschweige ein wirkliches Ziel. Irgendwie lande ich in Toko Mouth. Die Einheimischen sind nett, aber irgendwie liegt hier der Hund begraben. Nö. Hier werde ich nicht alt.

Kaitanga wird angesteuert. Hier kann man duschen. Sagt die App Camper Mate. Wieder geht’s via Schotterpisten. Ich bin 12 Stunden unterwegs. Die Schlafstätte und ersehnte Dusche ist greifbar. Der Campingplatz Kaitanga. Geführt von Ralf. Ralf ist 70. Eigentlich Schwabe. Seit den 76 in NZ. Hat die Welt gesehen und scheinbar ist es einfacher, wenn er erzählen würde wo er nicht gelebt hat. Keine Frage: Er ist freundlich. Allerdings auch ne Type. Der Prototyp eines dt. Thailandurlaubers. Nur dass seine Frau eine Philipina ist. Den Rest könnt ihr euch denken…

@Jacky, Harald und Olli: Man könnte meinen der E. hat hier einen Doppelgänger😳

Ein langer Tag neigt sich dem Ende entgegen. Morgen geht’s nach Monkey Island. Vermutlich werde ich da einfach mal zwei Tage verweilen- bevor es wieder Richtung Gebirge geht.

Habt ein schönes Wochenende.

Anbei noch ein paar Schnappschüsse von „unterwegs“

2 Gedanken zu „Robben. Ein Schloss. Schotterpisten & Ralf

Schreibe einen Kommentar