On the Road again

4.Dezember 2019

Der Weg ist das Ziel. So heißt es. Gähn. Ich glaube, ich will einfach nur cruisen. Mucke an und los. Was sehen. Viel sehen. Kaum 500m gefahren, begrüßen mich ein paar Truthähne. Guten Morgen! Ein paar Kilometer später kille ich den frühen Vogel- er hatte seine Flugbahn samt Windböe falsch berechnet. Er war kein wirklicher Tiefflieger, geschweige hatte er einen Höhenflug. Tut mir leid. Trotzdem. Dieser arme Vogel. Aber man legt sich nicht mit Stoßstange und Rad an.

Max Raabe läuft: „Der perfekte Moment wird heut verpennt.“ Ohne mich. Der Tag ist meiner. Das Wetter spielt mit. Vorerst. Berge. Schaafe und Camper. Campertroopers. Ich ignoriere sie und hupe nicht zurück, wenn mich einer mit dem gleichen Vehikel freundlich grüßt.

Es geht Richtung Mount Cook. In Geraldine mache ich kurz Halt. Ich muss an Chaplins Tochter denken. An Chaplin ebenfalls. Ein verschlafenes Kaff. Ist aber nett. Das Kino arg klein und fein. Ob’s Chaplin gefallen hätte?.

Berge. Schaafe. Camper. So geht es die ganze Zeit. Ach. Rinder. Kühe gibt’s natürlich auch. Hier und da gibt es Aussichtsplätze. Auf Berge. Was sonst!? Schafe. Natürlich. Hier leben ja mehr Schafe als Menschen. Aber: Es ist unglaublich schön.

Das Wetter schwenkt um. Es regnet. Es ist windig. Es wird frisch. Aber: Ich genieße es. Eine Ruhe durchströmt mich.

Next Stop: Der Tekapo See. Unglaublich, welche Farbe das Wasser hat. Ich bin begeistert. Leider hatte ich keine Frisbee bei- denn nebenbei gibt es einen Frisbee-Golf-Parcours. Voll toll. Das Kind in mir schreit.:)

Eine kleine Kappele. Die Good Sheperd Church. Mit Blick auf den See. Allerdings scheinen die Campertrooper mich zu verfolgen. Ergo: Weiter geht’s. Zum Pukaki See. Der liegt am Fuße des Mount Cooks. Hier kann man auch wunderbar campen. Mein Schlafplatz ist also schon klar. Da es noch recht früh ist, fahre ich kurz nach Twizel. 400Km habe ich schon runtergerissen und die Karre hat Durst. Na gut. Der Liter E10 kostet 1,34€. Es ist verschmerzbar.

Zurück zum Campingplatz. Der übrigens nix kostet – außer einer Spende- und sehr idyllisch ist. Die Klos sind scheinbar Trockenklos. Sauber. Aber es schadet nicht Desinfektionsmittel dabei zu haben.

Ich stehe fast einsam und alleine. Herrlich. Hoffentlich bleibt es so. Denkste! Nach einem ausgiebigen Mittagsschläfchen von sechs Stunden hatten sich weitere 20 Camper dazugesellt. Verflucht aber auch. Ein kleiner Abendspaziergang zum Wasser. Eine letzte Zigarette. Der Jetlag packt mich erneut und lässt mich mit prasselnden Regen wunderbar erneut schlafen. Schon schön.

Das Alter erfordert ein gelegentliches Aufstehen in der Nacht. Eigentlich ist es lästig. Aber: Bei diesem Sternenhimmel vergisst man es und genießt den Gang dann doch. Man möchte die Sterne vom Himmel pflücken. So nah und so klar. Unbeschreiblich. Das Kind in mir schreit lauter und lechzt nach den Sternen. Gäbe es Sternschnuppen, ich würde sie auffangen wollen. 😃

Kinners, ich bin begeistert!

2 Gedanken zu „On the Road again

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