Das letzte Abendmahl

17.Juli

Eigentlich wollten wir nach Palermo oder ins naheliegende Naturreservat. Vielleicht ein paar letzte Besorgungen machen. Mir ist gerade alles egal. Souvenirs hatte ich kaum gesehen. Dann muss ich jetzt auch nicht mehr wie blöd danach suchen.

Das Wetter ist eh ungemütlich. Wir werden packen. Nachmittags kommen noch unsere Freunde von Mezkalito vorbei. Plus die, die wir im letzten Hostel kennenlernen durften. Etwas futtern. Dusselig quatschen. Das vorerst letzte gemeinsame Cerveza trinken. Vielleicht planen wir auch schon die nächste Tour.

Dreieinhalb Wochen sind nun geschafft. Was bleibt?

Es war ein Abenteuer. Wir waren uns sicher, dass es ein ziemlicher cooler Trip wird. Aufregend. Spannend. Vielleicht auch eine Reise ins Ungewisse.

Das erste Fazit: Es wurde alles getoppt. Das was wir erleben durften, sprengt so ziemlich alles. Gut, das nächstes Mal werden wir wohl alle Spanisch sprechen. Es ist nicht von Nachteil. Augenzwinkern

Sechs Konzerte standen an, vier weitere kamen spontan dazu. Wir haben die Herzen erobert und haben ebenfalls viele Menschen in unsere „Pumpen“ geschlossen.

Eine Undergroundband aus Chemnitz punktet hier. Das gab es so bisher hier in Argentinien noch nicht.

Wir waren in manchen Clubs sogar die erste Band, die aus Buenos Aires in die Province kam.

Die Hosen werden hier geliebt, nun müssen sie diese Liebe mit Undenkbar teilen. Augenzwinkern.

Wir haben viel gelernt bzw. dürfen feststellen, dass es nicht verkehrt ist „smoother“ durchs Leben zu gehen. Mit Pumpedüse ändert man eh nix. Ganz gleich wie aussichtslos die Situation ist.

Was wären wir für Musiker geworden, wenn es bei uns auch möglich wäre für „umme“ ein Instrument zu erlernen. Musikalisch sind die Bands hier fast alle auf 1.Liga-Niveau. Bandneid, Eitelkeiten oder übermäßige Egos sind uns nicht aufgefallen. Genauso wenig die Diskussionen um den jeweiligen Slot.

Hier wird einfach gespielt. Gefeiert und getanzt.

Ist halt nur Rock’n’Roll! Kein Platz für Nichtigkeiten.

Wehmütig? Vielleicht ein wenig. Manch einer hätte gerne kurz Patagonien oder Iguazú besucht. Aber: Für einige von uns, ist Südamerika zumindest ein erneutes Urlaubsziel. Wir wollen wiederkommen.

Da wir wohl eh keine Wahl haben, werden wir wiederkommen. Denn:

Ganz gleich wo wir waren, hieß es: Wir müssen wiederkommen!

(Herrlich. Wollen.Werden.Müssen .Wiederkommen.)

So. Meine Stimme ist weg. Der Abend nimmt seinen Lauf. Guten Morgen Welt, wir steigen morgen wieder in den Flieger. Die Punkrockhengste laufen auf Spotify. Das Abenteuer neigt sich dem Ende. Schon schade.

Kommt gut in den Tag.

K.

Ps. Ein weiterer Eintrag wird morgen sicherlich noch folgen. Spätestens Donnerstag

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