Adieu Bali

10.Januar

Also ich frage mich wirklich, warum ich nicht schon vorher einen Roller gemietet habe. Ich wäre alleine nach Ubud gefahren. Oder zu einem Vulkan. Grins.

Gestern ging es mit dem kleinen Vehikel Richtung Norden. Total ungeübt saß ich mehrere Stunden auf dem Teil um Bali selber zu erkunden. Etwas wagemutig- wenn man den Verkehr betrachtet- ist man selber aktiver Verkehrsteilnehmer, dann ist es nur halb so wild. Man lernt schnell. Man passt sich dem Gewusel an.

Eine Ampel ist nur ein Indikator. Es gab durchaus ein, zwei Situationen wo ich dachte: Das könnte wehtun.

Gleichermaßen gab es diverse Situationen, wo ich liebend gerne den favorisierten Mittelfinger gezogen hätte. Der Wunsch, das Fäkal-ABC auf den Asphalt zu schmettern, war durchaus auch gegeben. Aber: Warum? Bringt es mich weiter? Nein! Ergo: Ich lass mich treiben. Passe mich an. Die Hupe wurde zwar noch zaghaft benutzt- aber links oder rechts überholen, schneller an den Autos vorbei, waghalsige Manöver – kann ich auch. Daheim hätte ich nun ein volles Punktekonto. Augenzwinkern.

Um 7h habe ich vom Hof geschlichen. Ab zum Tempel Tanah Lot. Direkt am Wasser. Übersetzt „ Meerestempel“. Dieser ist nur zugänglich, wenn „Ebbe“ ist. Mehr oder weniger. Sonst wird man nass.

Über Umwege angekommen, gab es erstmal Menschen. Zu viele auf nüchternen Magen. Schulklassen. Kinder. Jugendliche. Da denkt man, man ist clever und schwirrt wirklich früh ab und dann das. Pennäler*innen. Doof. Der Grund: Es gibt hier diverse Zeromonien, zu Ehren irgendwelcher Götter. Gestern halt auch. Diverse Gaben wurden den Göttern dargeboten. Weniger von den Kids, mehr von den Gläubigen. Kurz: Ich durfte lose und ungewollt dem Spektakel beiwohnen.

Leider war der Tempel demzufolge nicht betretbar, nichtsdestotrotz war ich beeindruckt. Hatte was. Die baulichen Fertigkeiten aus vergangenen Tagen empfinde ich immer wieder imponierend.

Auch wenn die ganze Umgebung durchaus touristisch ausgelegt ist (viele Shops etc) sollte man diesen Ort besuchen. Idealerweise früh. Bevor die Touribusse anrollen. Augenzwinkern.

Bis auf diesen hinduistischen Meerestempel hatte ich kein wirkliches Ziel. Erstmal fahren. Gucken. Staunen. Irgendwie landete ich dann in Balian Beach. Kaum eine Menschenseele – vereinzelte Surfer. Ruhig. Sehr angenehm. Fern vom Trubel. Schwarzer Strand. Durchaus auch etwas „Dirty“. Zu viel Müll wird vom Meer angespült. Das ist wirklich bedenklich, was wir an Müll produzieren.

Ein kleines Frühstück am Strand. Ich war schon vier Stunden unterwegs. Die Zeit fliegt. Ich bin noch ein paar Kilometer weiter gefahren – die Verlockung Richtung Berge zu fahren, war groß. Aber der Rückweg würde dadurch nicht kürzer werden. Und ich war ziemlich nass geschwitzt. Also, bei jeden Halt. Der Helm nervte auch. Kehrtwende und damit zurück. Mehr Verkehr. Diverse Bodenwellen. Gefühlt war ich der einzige Touri. Die ganze Zeit.

Ich hab’s genossen. Wieder die Reisterassen. Berge. Palmen. Dahinter und daneben das Meer. Tempel an Tempel. Lächelnde Menschen. Freundlich.

Gerne noch mal!

Letztendlich ging es mir nur darum hin und her zu fahren. Einfach gucken. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Den Rückweg hab ich verlängert – bin tatsächlich im Kreis gefahren. Und ich müsste doch ein paar Pausen einlegen. Irgendwann wird’s nämlich ungemütlich und das Sitzpolster meldet sich. Augenzwinkern.

Der Abend wurde noch mal mit Paul verbracht. Ein „letztes“ Bier. Ein letzter Sonnenuntergang. Ein schöner Tag. Ein schöner Abschluss.

Bali? Ich komme wieder!

Passt auf Euch.

Ps. Eine genaue Auflistung, Orte etc. folgt.

Ab morgen bin ich dann wieder in Europa.

Ein Gedanke zu „Adieu Bali

  1. Hi Kai,
    Bali hat Dir also gefallen, prima! Und ja…Bali erkundet man am besten individuell, wie Du richtig festgestellt hast. Mit so einem kleinen Scooter kein Problem 😉
    Hoffe, Du hattest einen angenehmen Rückflug und hast genug Energie getankt, um die Herausforderungen in der GS mit Links zu bewältigen. Hast Dich ja auch lange genug erholt, nicht wahr 😋😎.
    Lass es Dir gut gehen, ich freue mich auf Details im Frühling in der Straßenbahn…
    Lieben Gruß aus Luang Prabang
    Harald

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